Enterale Ernährung (Trinknahrung)

Solange wir gesund sind, machen wir uns selten Gedanken über unsere Ernährung. Wenn jedoch ein Mensch längere Zeit nicht ausreichend essen kann, darf oder will, besteht die Gefahr einer Mangelernährung, die seine Gesundheit beeinträchtigt. Dann kann es sein, dass nach Absprache mit dem Arzt, eine zusätzliche Ernährung vorteilhaft oder gar erforderlich ist. Bitte bedenken Sie, dass eine Mangelernährung auch bei ausreichend hohem Körpergewicht möglich ist. Das Problem ist, dass bei einem länger andauernden Energiedefizit der Körper die Muskulatur abbaut, um Eiweiß zu bekommen. Damit kann er lebenswichtig Funktionen in Gang halten. Außerdem verbraucht in einigen Fällen der Tumor selbst viele Kalorien. Oft wird auch gleichzeitig Wasser eingelagert. Auf diese Weise ändert sich das Gesamtkörpergewicht nicht, obwohl die Körpersubstanz schon verloren geht.


Die Folgen einer unzureichenden Ernährung können sein:

  • Muskelschwäche. Durch die geschwächte Atemmuskulatur werden Lungenentzündungen begünstigt.
  • Immunschwäche. Die Infektanfälligkeit ist erhöht und die Wundheilung verschlechtert. Die Gefahr einer Sepsis steigt.
  • Immobilität: Die Thrombose- und die Dekubitusgefahr ist erhöht.
  • Müdigkeit und schlechtes Allgemeinbefinden. Die Therapie wird schneller abgebrochen. Auch Chemo- und Strahlentherapien werden schlechter vertragen.

Darum beobachten Sie sich bitte genau:

  • Essen Sie in letzter Zeit weniger (aufgrund von Appetitmangel, Übelkeit oder Schmerzen im Mund, beim Schlucken etc)?
  • Sind Sie aufgrund Ihrer Erkrankung besonders gefährdet? Am häufigsten sind hier Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs, Tumore des Magendarmbereiches, Speiseröhrenkrebs und Tumore im Kopf-Halsbereich betroffen (im Zweifelsfall den Arzt befragen).
  • Liegt Ihr Body-Mass-Index unter 22 Kg/m²?
  • Haben Sie in letzter Zeit ungewollt an Gewicht verloren?

Wenn Sie eine Frage mit „ja“ beantwortet haben, sollten Sie Ihren Ernährungszustand streng im Blick behalten (siehe Gewichtsabnahme).

Wenn sie zwei oder mehr Fragen mit „ja“ beantwortet haben, sollten Sie sich Gedanken über eine zusätzliche therapeutische Ernährung machen. Diese kann oft auch vom Arzt verordnet werden. Wenn Sie normal an den Mahlzeiten teilnehmen können, sollten Sie die therapeutische Trinknahrung zusätzlich zu sich nehmen, am besten schmeckt sie kalt aus dem Kühlschrank und ist in verschiedenen Geschmacksrichtungen erhältlich.

Der Vorteil hochkalorischer Trinknahrung ist, dass sie Kalorien, Vitamine und Mineralstoffe in konzentrierter Form enthält. Ist die Nahrung „vollbilanziert“, kann man sich auch ausschließlich damit ernähren, denn sie enthält, in ausreichender Menge getrunken (ca. 8-12 x 200ml), alle lebenswichtigen Stoffe in einem geeigneten Verhältnis. Hochkalorische Nahrung ist aus geschmacklichen Gründen immer süß. Oft wird aber auch etwas Salziges gewünscht. Hierzu gibt es auch geschmacksneutrale Produkte, die z.B. mit Gemüsesaft im Handumdrehen zu einer Suppe werden (bitte nicht zu hoch erhitzen). Ist garantiert, dass der Mineral und Vitaminbedarf gedeckt wird, besteht auch die Möglichkeit das Essen mit Maltodextrin anzureichern.

Auch in diesen Fällen ist eine Ernährungsberatung sinnvoll, um zu lernen, wie der Energiegehalt der Nahrung sinnvoll gesteigert werden kann, da ja genau dann oft auch gewisse Einschränkungen durch die Erkrankung vorhanden sind.

Gerne beraten wir Sie oder Ihren Arzt bei der Auswahl der geeigneten Produkte.

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