Appetitlosigkeit

Appetitlosigkeit kann ganz unterschiedliche Ursachen haben, z.B. Erbrechen, Übelkeit, Schwierigkeiten beim Schlucken, Änderung der Geschmacks- und Geruchsempfindungen, Völlegefühl, Tumorwachstum, Depressionen oder Schmerzen. Man spricht allerdings erst von Appetitlosigkeit wenn jemand auf Dauer weniger isst als er normalerweise tut und sie ist in der Regel ein vorübergehendes Problem.

Bitte achten Sie darauf, dass Sie trotzdem genügend Energielieferanten und Vitalstoffe zu sich nehmen, denn ein Mangel daran kann zu einer Verschlechterung Ihres Wohlbefindens führen und eine Mangelernährung nach sich ziehen. Tipps dazu finden Sie hier.(bitte verlinken).

Versuchen Sie es auch mit Folgendem: Zur Appetitanregung eignen sich besonders gut Pflanzenauszüge mit Bitterstoffen, wie sie z. B. in den Amara-Tropfen® der Firma Weleda enthalten sind. Die Bitterstoffe greifen dabei vor allem in den oberen Verdauungstrakt ein. Sie fördern die Verdauung, indem sie die Magensaftbildung, Galletätigkeit, die Sekretion von Bauchspeichel und die Magen-Darm-Bewegungen anregen. Hilfreich sind Amara-Tropfen® vor allem bei Appetitlosigkeit, Völlegefühl, Übelkeit und Verdauungsschwäche. Soweit nicht anders verordnet, erhalten Erwachsene 10 – 15 Tropfen als Einzeldosis. Die Tropfen werden am besten mit Wasser verdünnt eingenommen. Bei Appetitlosigkeit sind die Tropfen 15 Minuten vor dem Essen einzunehmen. Bei Störungen der Verdauungstätigkeit und zur Intensivierung der Verdauung sollten sie eine Stunde nach dem Essen eingenommen werden. Auch Teezubereitungen sind hilfreich, um den Appetit anzuregen. Hierzu eignen sich Pflanzen mit bitteren Inhaltsstoffen, wie z. B. die Enzianwurzel, das Tausendgüldenkraut oder die Löwenzahnwurzel.

Wir führen in unserer Apotheke entsprechend zusammengesetzte Teemischungen im praktischen Filterbeutel von der Firma Sidroga. Sollte der Appetitmangel mit weiteren Beschwerden, wie zum Beispiel mit Geschmacksveränderung, Geschmacksverlust, Abneigungen gegen bestimmte Nahrungsmittel oder depressiven Zuständen einhergehen, so kann man mit Hilfe einer homöopathischen Repertorisation (= Symptomensammlung und –auswertung) ein individuell passendes homöopathisches Heilmittel auswählen, welches möglicherweise in der Lage ist, den Gesamtzustand zu verbessern.

Beispiel: eine Patientin, 61 Jahre mit akuter myelotischer Leukämie fühlt sich seit Monaten sehr schwach und hat keinen Appetit. Alles scheint gleich zu schmecken. Ihr Bauch ist aufgetrieben und sie hat starke Blähungsschmerzen, weil ihr jedes Essen Beschwerden macht. Sie leidet immer wieder unter ranzigem Aufstoßen und hat aufgrund von veränderten Geschmacksempfindungen Widerwillen gegenüber Milch, Fleisch und fettigen Dingen. Weil sie außerdem noch sehr müde und blass aussieht und ihr frische Luft, wenn sie ihr zugefächelt wird, gut tut, verordnet ihr der Homöopath eine Arznei, die aus der Holzkohle gewonnen wird. Sie nimmt die Tropfen täglich ein und erfährt im Laufe der Zeit eine Besserung ihres Appetits und gewinnt wieder Freude und Lust am Essen.

Appetitlosigkeit:

  • Essen Sie mehrere kleine Portionen, so ca. alle 2-3 Stunden, auch nachts, wenn der Appetit da ist
  • Geschmackliche Vorlieben berücksichtigen
  • Starke Essensgerüche vermeiden, für viel frische Luft sorgen
  • Appetitlich und liebevoll das Essen zubereiten
  • Wenn möglich, lassen Sie ein Familienmitglied kochen oder kochen Sie Ihre Lieblingsspeisen auf Vorrat und frieren Sie sie in kleinen Portionen ein
  • Ein Spaziergang oder ein Aperitif vor dem Essen regen den Appetit an
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